biehlmarin

Der erste, bereits sehr umfangreiche Test wird in September oder Oktober 2012 in der "Yacht" erscheinen. Das Norwegische Sejlmagasinet hat auch schon ausführlich getestet.

 

Hier unsere eigenen Testeindrücke:

 

Auf dem Wasser:

Wir haben den Prototypen der 27 auf dem Mittelmeer bei leichten bis mittleren Winden (8-15kn) gesegelt.

 

Stabil: Das erste was auffällt, wenn man an Bord geht, ist, wie unglaublich stabil sie im Wasser liegt. Das bestätigt sich auf dem Wasser auch sofort. Selbst wenn man es provoziert, will die 27 nicht in die Sonne schießen. Mit jedem Grad Krängung wird sie gleichzeitig steifer. Sie hat sowohl hohe Anfangsstabilität durch die breite Wasserlinie und die ausgeprägten "chines" (Kimmkanten) als auch ein beindruckende Endstabilität durch den Schwenkkiel mit Bleibombe am langen Hebel, das leichte Carbonrigg und leichtem Rumpf&Deck, was zu einem niedrigen Schwerpunkt führt.

 

Schnell: Alle unsere Erwartungen wurden erfüllt oder übertroffen! Unter Gennaker z.B. 9kt boatspeed bei 8kn Wind, 14kn boatspeed bei 13kn Wind... Über 20kt bei mehr Wind - kein Problem!

Am Wind bei 12kn Wind und voller Besegelung zwischen 6,5 bis fast 7kn. (Die Crew bestand zugegeben aus Profis.)

Die 27 ist also nicht nur eine Rutschkiste, sondern kreuzt auch genial. Denn unter Wasser ist sie gerrundeter und schlanker als man bei den chines über Wasser erwarten sollte - ja, sie ähnelt dort sogar unserem Daysailer, wenn auch mit anderem Länge/Breite-Verhältnis. Das sichert auch gute Leichtwindeigenschaften, siehe z.B. die Filme bei Leichtwind.

Dabei steuert sich die 27 ausgesprochen leicht und feinfühlig. ABSOLUTE SUCHTGEFAHR!!!

 

Solide: Es war der Prototyp, den wir segelten und auch schon aus der Bauphase gründlich kannten. Da ist immer manches verbesserungswürdig - dafür gibt es Prototypen ja. Trotzdem war zu erkennen, dass der Rumpf hart und fest ist, das Rigg sehr stabil und dier Kielaufhängung bombenfest. Es ist ein Resultat nicht nur ordentlicher Baumaterialien und guter Produktion, sondern auch der Erfahrung von Konstrukteur Manuard und den Mannen von Seascape.

 

Innenraum: Sehr gut überlegt! Große Doppelkoje vorn, dann ein Mehrzweckraum, der auch die Toilette enthält. Den Raum kann man mit einer patenten Magnet-Falt-Klapptür in vielen Arten verschließen. Entweder man verdeckt nur die Toilette und lässt sonst alles offen. Oder man trennt nach vorn ab, oder nach hinten, oder nach vorn und hinten. Sehr cool!

Im "Salon" kann man mit bis 6 Personen sitzen oder zu zweit schlafen. Der Kasten des Kielkopfes stört kaum. Es gibt Platz für einen Navicomputer im Pelicase und unterm Niedergang ist eine coolbox für die wirklich wichtigen Dinge.

Eine "Küche" gibt es nicht - da empfiehlt sich ein Picknickkorb plus portablem Kocher (da gibt es gute, standfeste, rostfreie) und eine Abwaschschüssel.

 

Finish des Innenraums: Naja, es war der Prototyp. Aber im Ernst: Lecker glatt ohne Fugen wird es ab Werft nicht geben. Es bleibt technisch und rauh, weil sowohl das Gewicht gespart werden soll als auch das Budget sonst nicht für Carbonrigg, Kielmechanik usw. reichen würde. So ist das Konzept - das muss man mögen oder etwas anderes kaufen.

 

 

 

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